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Zentrum

Die Turmstraße als besonderes Stadtteilzentrum

Turmstraße um 1900.

Bild: ullstein bild.

Die Turmstraße in Moabit ist viel mehr als eine Einkaufsstraße: Sie ist ein multikulturelles Zentrum, ein sozialer Begegnungsort und das zu Hause von Moabiter*innen mehrerer Generationen. Mit überregional bekannten Bauwerken wie dem Kriminalgericht Moabit oder der Arminiusmarkthalle ist sie ein wichtiger Identifikationsort für Bewohner*innen und Besucher*innen.

 

Im Jahre 1827 entstand die heutige Turmstraße – den Namen erhielt sie, da in beide Richtungen der Straße bei guter Sicht ein Kirchturm zu sehen war: die Sophienkirche im heutigen Ortsteil Mitte und die Nikolaikirche in der damals noch eigenständigen Stadt Spandau.

Die Turmstraße wurde während der Industrialisierung ein Standort der frühen Metallindustrie und stellte einen klassischen Arbeiterbezirk dar. Mit der Zeit entwickelte sich die Turmstraße zu einer beliebten Einkaufsstraße mit mehreren Kaufhäusern und unzähligen Geschäften auch in den umliegenden Nebenstraßen. Noch in den 1960er Jahren wurde sie „der Kudamm des Nordens“ genannt.

 

Noch heute ist die Turmstraße das lebendige Zentrum Moabits – die Geschäfte und Cafés in ruhigeren Seitenstraßen ergänzen die quirlige Geschäftsstraße. Die Arminiusmarkthalle und ihr Umfeld bilden mit dem Rathaus und der Heilandskirche einen Kern dessen, was Moabit ausmacht und die Straßenzüge von Alt-Moabit, Gotzkowskystraße und Beusselstraße ergänzen mit ihrem Ladenangebot den Einzelhandelsstandort Turmstraße.

Die Geschäftsstraße Turmstraße hat für das Zusammenleben im Kiez eine große Bedeutung. Kurze Wege zu den einzelnen Läden des täglichen Bedarfs, die emotionale Verbundenheit und der persönliche Austausch mit den Gewerbetreibenden und Gastronom*innen sorgen für ein nachhaltiges Einkaufserlebnis für alle.

Arminiusmarkthalle außen.

Bild: WINE INVEST CONSULT.

Aktuelle Entwicklungen

Der strukturelle Wandel im Einzelhandel sowie die gesellschaftlichen und demographischen Veränderungen stellen auch dieses Stadtteilzentrum vor Herausforderungen. Die Turmstraße muss sich im zunehmenden Wettbewerb mit weiteren Einkaufsstraßen sowie dem allseits verfügbaren Online-Handel positionieren; leerstehende Ladeneinheiten und die Reduzierung des inhabergeführten Einzelhandels zeigen sich als Folgen diesen Strukturwandels. Zudem haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie die lokalen Einzelhändler_innen vor neue Herausforderungen gestellt.

Im digitalen Zeitalter ist es gerade der stationäre Einzelhandel, der als sozialer Begegnungsraum in einer zunehmend digitalen und anonymisierten Lebensrealität an Bedeutung gewinnt: Hier werden Kund_innen fachgerecht beraten und die soziale Interaktion im Kiez durch ein persönliches Einkaufserlebnis befördert. Dabei unterstützt jeder Einkauf oder Besuch beim lokalen Einzelhandel oder Gastgewerbe das besondere Erscheinungsbild Moabits, das von der Vielfalt seiner Akteur_innen lebt. Lernen auch Sie die Turmstraße und seine Akteur_innen kennen und fördern Sie durch Ihren Einkauf den Erhalt des bunten Gesichts der Turmstraße.